Was ist Proprizeption

Propriozeption – was ist das?

Propriozeption oder Propriorezeption (von lateinisch proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“) Es handelt sich somit um eine Eigenempfindung, auch als Enterozeption der Exterozeption gegenübergestellt (von lateinisch exter „außen befindlich“ und recipere „aufnehmen“).

Zur Enterozeption gehören noch andere Sinneswahrnehmungen, die Propriozeption ist jedoch die Wahrnehmung, die über die Beschaffenheit und Lage der Körpergliedmaßen zueinander und im dreidimensionalen Raum Auskunft gibt.

Das klingt sehr abstrakt. Stellen wir uns konkret einen blinden Menschen vor, der nach einer Tasse greift. Beim ersten Mal bedient er sich der Exterozeption – er erkundet, wo sich die Tasse befindet und wie schwer sie ist. Beim zweiten oder dritten Mal werden die Bewegungen schneller, es findet kein Erkunden mehr statt, die Hand des Menschen geht sehr zielsicher in Richtung Tasse und hebt diese auf.

Nun stellen wir uns einen Menschen vor, dessen Propriozeption gestört ist. Dies geschieht durch Schlaganfälle, Sauerstoffmangel, Traumata irgendwo auf der ganzen Streckeder Propriozeption von den Mechanosensoren bis hin zum Gehirn. Bei geöffneten Augen sucht die Hand dieses Menschen die Tasse verhältnismäßig sicher auf. Das Problem beginnt jedoch, wenn die Hand sich für die Aufnahme der Tasse öffnen oder schließen muss. Entweder wird zu leicht oder zu hart zugegriffen. Ohne Sichtkontakt ist es nicht möglich die Tasse nicht umzuwerfen. Auch die Rückführung der Tasse zum Mund fällt unkoordiniert und ataktisch aus. Eventuell wird zu viel oder zu wenig Kraft eingesetzt, wobei die Tasse entweder ins Gesicht schlägt oder den Mund gar nicht erreicht.

DAS ist Propriozeption, das kontinuierliche Registrieren von Position (im Raum und im Verhältnis zu anderen körpereigenen Geweben) und Tonus jeder einzelnen Gewebsschicht des Bewegungsapparates zur Gewährleistung koordinierter Bewegungsabläufe. Ataxie ist nichts anderes, als die Störung der Propriozeption.