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Jeder kennt sie. Faszien

Faszien – geheimnisvoll und faszinierend

Jeder kennt sie. Faszien sind das, was wir in der Küche bei der Zubereitung des Fleischstückes weg schneiden.
Bekannt ist das Bindegewebe schon lange. Aber lange hat man nicht gewusst, wie wichtig es für so viele Prozesse in unserem Organismus ist. Die Faszienforschung ist noch jung. Erst seit gut zehn Jahren wird intensiv und mit System auf diesem Gebiet geforscht.

Faszien durchziehen unseren gesamten Körper. Sie geben unserem Körper eine Struktur und Halt. Ohne die Faszien könnten wir nicht stehen und uns bewegen.

Die Elastizität der Faszien ermöglicht eine Fortbewegung ohne großen Kraftaufwand, denn die Bindegewebsfasern können Energie speichern, wenn sie gedehnt werden. Diese Energie geben sie wieder ab, sobald sie sich wieder zusammenziehen.
Das ist das Geheimnis der riesigen Sprungkraft vieler Tiere, wie beispielsweise Frosch, Känguru, Gepard, Pferd, Antilope,…
Das Prinzip der Faszien wird aber auch bei weniger spektakulären Fortbewegungsarten genutzt. Wir Menschen speichern beispielsweise während des Gehens ständig Energie unter anderem in der großen Rückenfaszie. So sind wir in der Lage lange Strecken zu gehen, ohne zu ermüden.

Faszien halten außerdem Organe an ihrem Platz. Blutgefäße, Lymphbahnen und Nerven laufen durch die Faszien. Außerdem arbeitet ein großer Teil unseres Abwehrsystems in den Faszien. Denn hier befinden sich die Mastzellen, die wie eine Müllabfuhr alles wegschaffen, was da nicht hin gehört.

Man unterscheidet die oberflächliche Faszie, die den gesamten Körper umgibt (ausgenommen sind hier das Gesicht und die Hand- und Fußflächen), von der tiefen Faszie, die Muskeln, Blutgefäße und Nerven umhüllt.
Daneben existiert noch die viszerale Faszie, die die Organe an ihrem Platz hält und gleichzeitig für deren Beweglichkeit sorgt. Alle Faszienschichten sind miteinander in einem endlosen Netz verbunden.

Faszien bestehen in erster Linie aus Zellen, Fasern und Flüssigkeit.
Die Fibroblasten produzieren Kollagen und Elastin, die Fasern des Bindegewebes. Diese sind verwoben wie ein Spinnennetz. Die Flüssigkeit, die sich in gesunden Faszien befindet, dient als Transport und Gleitmittel.

Darüber hinaus findet man in Faszien verschiedene Rezeptoren. Diese haben unterschiedliche Aufgaben. Es gibt Rezeptoren für die Körperwahrnehmung (Propriozeptoren) und die Wahrnehmung von physiologischen Zuständen (Temperatur, Muskelaktivität, Schmerz, Hunger, Durst, sinnliche Berührung, und noch einiges mehr).

Wenn die Faszie krank wird

Faszien können Schaden nehmen durch Einflüsse von außen und von innen.
Traumen, wie Schläge oder Schnitte, aber auch Bewegungseinschränkungen spielen eine große Rolle dabei. Auch Entzündungen im Gewebe oder andere krankhafte Prozesse können dazu führen, dass Faszien sich verändern.
Die Faszien verfilzen dann und verlieren ihre Beweglichkeit. Das führt wiederum zu Steifigkeit und Schmerzen für das Individuum. Beweglichkeit, viele Stoffwechselvorgänge bis hin zum Immunsystem werden beeinträchtigt. Man kann bisher nur erahnen, in welchem Ausmaß eine kranke Faszie den Organismus beeinflusst.

Viele Therapien arbeiten mit den Faszien. Die erste bekannte Therapieform, die Einfluss auf die Faszien genommen hat, war sicherlich die Akupunktur.

Vor gut 100 Jahren entwickelte dann Andrew Taylor Still die heute gut bekannte Osteopathie. Er war einer der ersten Therapeuten, der ganz gezielt auf die Faszien eingewirkt hat.

Heute gibt es eine ganze Reihe von Faszientherapien mit unterschiedlichen Ansätzen.
Rolfing, Tellington-Touches, und die Bowen-Therapie, um hier ein paar zu nennen.

Ich arbeite seit einigen Jahren mit der ISBT-Bowen Therapie® und möchte sie für meine Arbeit mit den Tieren nicht mehr missen.
Die Grundlage dieser Faszien-Therapie bildet der so genannte MOVE. Es ist eine sanfte Bewegung der Haut, und damit der oberflächlichen Faszienschicht. Da die oberflächliche Faszie mit der tiefen Faszie in Verbindung steht, kann man mit einem Move auch tiefere Körperschichten beeinflussen.

Verfilzte Faszien werden mobilisiert. Die Fasern reichern sich wieder mit Flüssigkeit an und können so ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der Körper gewinnt seine Funktionalität in dem vormals beeinträchtigten Bereich zurück. Bewegungseinschränkungen bessern sich, der Stoffwechsel kann wieder normal arbeiten.

Mit der ISBT-Bowen Therapie® habe ich also einen Einfluss auf Schmerzzustände, den Stoffwechsel, das Immunsystem und auch auf die Psyche. Jeder weiß, dass Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die gute Laune drücken.
Darüber hinaus, habe ich aber auch die Möglichkeit, den Parasympathicus, der ja auch durch die Faszien läuft, direkt zu beeinflussen. Da der Parasympathicus unter anderem zuständig ist für die Entspannung im Körper, habe ich mit der Bowen-Therapie auch ein sehr gutes Tool, um nervlich angespannten Tieren zu helfen.

Daher ist die ISBT-Bowen Therapie® für mich ein wichtiger Bestandteil in der Verhaltentherapie.

Wer mehr über die ISBT-Bowen Therapie® erfahren möchte, kann mich gerne ansprechen.
Ich halte Kurse in Deutschland und Österreich.

Weitere Infos zur ISBT-Bowen Therapie® bei Tieren gibt es außerdem auf der Seite der ISBT-Bowen Therapie® Deutschland:

www.isbt-deutschland.de/home-tier/

Nicole Stein

www.animal-college.de
www.tierarztpraxis-stein.de

Weiter Informationen über mich findet Ihr hier

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