Traditionelle Chinesische Medizin für Tiere: Ganzheitlich denken, individuell behandeln

Einsatz im Veterinärbereich

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein eigenständiges, über 2.000 Jahre altes Medizinsystem, das auf einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit und Krankheit beruht. In der Anwendung bei Tieren folgt sie denselben Prinzipien wie beim Menschen: Nicht das einzelne Symptom steht im Mittelpunkt, sondern das innere Gleichgewicht des gesamten Organismus.

Muster der Disharmonie

Während die westliche Tiermedizin in erster Linie darauf ausgerichtet ist, konkrete Symptome oder klar definierte Krankheitsbilder zu diagnostizieren und zu behandeln, betrachtet die TCM Krankheit als Ausdruck einer tieferliegenden Disharmonie. Diese kann sich auf körperlicher, emotionaler oder energetischer Ebene zeigen. Zwei Tiere mit derselben Diagnose können daher aus Sicht der TCM völlig unterschiedlich behandelt werden.

Zentraler Begriff der TCM ist das Qi, die Lebensenergie, die alle Prozesse im Körper steuert. Sie zirkuliert in festen Bahnen, den Meridianen, und steht in enger Beziehung zu den Gegensätzen Yin und Yang sowie zu den fünf Wandlungsphasen Feuer, Erde, Metall Wasser und Holz. Gesundheit bedeutet einen freien, harmonischen Fluss dieser Kräfte. Krankheit entsteht, wenn das Gleichgewicht gestört ist.

Pfeiler der TCM für Tiere

Nachdem sich die Bioadaptive Impulstherapie bei Hochleistungssportlern, Vereinen und in zahlreichen Praxen bewährt hat, hält sie nun Einzug bei Veterinären, Tierheilpraktikern, Tiertrainern und auch Tierbesitzern.

Die klassische Akupunktur arbeitet mit feinen Nadeln an definierten Punkten entlang der Meridiane. Ergänzend kommen Akupressur, bei der diese Punkte mit den Händen stimuliert werden, sowie die Laser-Akupunktur zum Einsatz, die mit gebündeltem Licht arbeitet. Diese nadelfreien Methoden eignen sich besonders für sensible Tiere oder zur begleitenden Behandlung durch die Tierhalter*innen. Ziel aller Verfahren ist es, den Energiefluss zu regulieren und die zugrunde liegende Disharmonie auszugleichen.

Tuina und Bewegungstherapie:

19 jähriger Wallach, Schlesier, noch im Fahrsport eingesetzt.

Neben speziellen Massagen und Grifftechniken umfasst die TCM für Tiere auch bewegungstherapeutische Ansätze. Diese lassen sich als tierisches Pendant zum Qi Gong im Humanbereich verstehen. Sanfte, gezielt aufgebaute Bewegungen fördern den freien Fluss von Qi, stärken den Körper, unterstützen Koordination und Körperwahrnehmung und tragen wesentlich zur energetischen Balance bei.

Ursachenforschung

TCM für Tiere verfolgt damit einen grundlegend anderen Ansatz als die symptomorientierte Tiermedizin. Sie fragt nicht: „Was hat das Tier?“, sondern: „Warum ist dieses Ungleichgewicht entstanden?“ Ziel ist es, den Organismus in seine natürliche Balance zurückzuführen und Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Dieser Artikel wurde verfasst von Biggi Junge. Sie ist TCM Praktikerin für Tiere, Hundetrainerin und Coachin für Hundehalter*innen. Mehr Info über Biggis Arbeit: www.achtsamkeit.dog.

Brigitte Junge
Baad 6

D-74535 Mainhardt
Webseite: www.achtsamkeit.dog

Weitere spannende Ratgeberbeiträge